
Einleitung
Verteidigungsindustrie: Zeitenwende in der Personalpolitik
Die veränderte Sicherheitslage weltweit und ein Krieg in Europa haben das Thema „Verteidigungsfähigkeit“ in den Fokus gerückt – sowohl in der Politik als auch der Bevölkerung. Die Investitionen in Rüstungsgüter steigen rasant und die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie boomt. Beschaffungsprozesse, die sich vor 2022 teilweise lange hinzogen, beschleunigen sich. Heute stehen ganz andere Stückzahlen und Anforderungen an die Verfügbarkeit im Raum als noch vor ein paar Jahren. Das heißt: Unternehmen müssen ihre Entwicklungs- und Produktionskapazitäten in bisher nicht gekanntem Umfang steigern. Und mit ihnen die Anzahl teils hoch spezialisierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir haben Expertinnen aus der Praxis befragt, wie sie die neue Herausforderung in der Personalstrategie meistern.

Die von der Politik proklamierte „Zeitenwende“ nach dem Angriff auf die Ukraine gilt auch für die HR-Abteilungen im Verteidigungssektor. Andere Branchen schienen für Fachkräfte lange Zeit viel attraktiver, z. B. die Automobilindustrie oder der IT-Bereich. Bis vor wenigen Jahren haben viele Jobsuchende erst gar nicht in Erwägung gezogen, sich in der Verteidigungsindustrie zu bewerben. Die wachsende geopolitische Unsicherheit, aber auch der Stellenabbau in bisherigen Erfolgsbranchen haben zu einem Umdenken geführt. Heute halten große Teile der Bevölkerung die Verteidigungsbranche für wichtig und die Stellen in diesem Sektor für sicher. Der Beschäftigungsaufbau ist in vollem Gange.

