Roter Sattelzug fährt bei Sonnenuntergang auf der Autobahn

Einleitung

Gütertransport – mehr als nur Fahren

Vertiefung Berufskraftfahrer
Lkw-Fahrer am Lenkrad in der Fahrerkabine

Berufskraftfahrerinnen und -fahrer, die mit ihrem Lkw täglich Firmen, Supermärkte oder Baustellen beliefern, sind das Rückgrat des Warentransports. Im wahrsten Sinne des Wortes: Sie halten den Warenfluss aufrecht und müssen einiges aushalten können. Doch es gibt viel zu wenige Interessenten für diese Tätigkeit. Laut Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) fehlen mindestens 120.000 Fahrerinnen und Fahrer. Die Folge: Lkw stehen still, Speditionen müssen Aufträge ablehnen und Beschäftigte sind an der Belastungsgrenze. Für Fahrerinnen und Fahrer ist der Engpass kein Nachteil, zumindest was das Gehalt und die Sonderleistungen anbelangt. Sie müssen aber auch mehr Anforderungen an die fachlichen und persönlichen Kompetenzen erfüllen als in der Vergangenheit. Das hat die vertiefende Analyse von 350 Stellenangeboten für Fahrkräfte ergeben.

2024 arbeiteten in Deutschland 534.602 Berufskraftfahrer und -fahrerinnen im Güterverkehr in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Der Beruf geht weit über Lenken sowie Be- und Entladen eines Fahrzeuges hinaus. Die Fachkräfte übernehmen auch Aufgaben drumherum, wie die Frachtpapiere zu prüfen, sich mit Kunden und Beschäftigten in Lagern abzustimmen oder auch mal Hand am eigenen Fahrzeug anzulegen. Hierfür müssen sie nicht nur regelmäßig die vorgeschriebenen Qualifizierungen absolvieren, sondern benötigen für manche Aufgaben zusätzliche Zertifikate. 

Für den DEKRA Arbeitsmarktreport 2026 wurden 350 Stellenangebote für Fachkräfte mit dem Beruf „Berufskraftfahrer:in“ untersucht. Die Anforderungen an sie standen zuletzt 2019 im Fokus.  

Nicht nur in der Kernbranche im Einsatz

Ist eine Fachkraft erst einmal gefunden, stellen Arbeitgeber sie vorzugsweise in Vollzeit ein (87,7 %). Andere sind froh um jede helfende Hand und bieten Interessierten die Option, entweder in Teil- oder in Vollzeit zu arbeiten (9,7 %). 
Erwartungsgemäß sind die gesuchten Fahrerinnen und Fahrer später oft in der Transport- und Logistikbranche tätig (38,9 %). Die Stichprobe enthielt auch vergleichsweise viele Jobangebote von Personaldienstleistern (16,9 %). In diesen Fällen sitzen vermutlich viele der Fachkräfte ebenfalls für Transportunternehmen hinter dem Lenkrad. Diese greifen oft auf Zeitarbeitskräfte zurück, um Auftragsspitzen abzufangen, da sie nicht genügend Fahrpersonal finden. Der Handel ist ebenfalls ein wichtiges Einsatzgebiet, da hier täglich viele Waren umgeschlagen werden. Gut jede zehnte Fachkraft ist im Auftrag eines Handelsunternehmens unterwegs, wo sie besonders oft Baustoffe oder Lebensmittel transportieren. Weitere Tätigkeitsbereiche sind z. B. die Wirtschaftszweige Recycling und Entsorgung, Bau sowie der Großhandel.