
Herausforderungen im Recruiting
Viele Bewerbungen, Engpässe und Regularien
Die Themen Mitarbeitergewinnung und -bindung haben in der Branche sehr an Bedeutung gewonnen. Die Arbeitgeber benötigen schnell viele neue und passende Fachkräfte. Im Recruiting müssen zumindest die großen Unternehmen hierfür eine große Menge an Bewerbungen bewältigen. Laut Medienberichten gingen 2025 allein bei Rheinmetall 300.000 Bewerbungen ein. Was sehr komfortabel scheint, ist zugleich eine organisatorische Herausforderung.
Andererseits gibt es gerade bei hochspezialisierten Expertinnen und Experten weiterhin Engpässe. In Bereichen wie IT, KI-Entwicklung, Analytik oder Cybersecurity konkurrieren Arbeitgeber der Verteidigungsindustrie nicht nur mit ihren Mitbewerbern, sondern auch mit Unternehmen außerhalb der Branche.
Die strengen Compliance-Anforderungen in der Verteidigungsindustrie können bei der Mitarbeitergewinnung zudem ein Hemmschuh sein. Beschäftigte benötigen für viele Positionen eine Sicherheitsüberprüfung, die sich je nach Sicherheitsstufe über einige Monate hinziehen kann. Ohne die Freigabe können Fachkräfte nicht an ihrer zukünftigen Stelle eingesetzt werden – ein Zeitraum, der Kandidatinnen und Kandidaten möglicherweise abschreckt. Jobsuchende bestimmter Länder sind von vornherein ausgeschlossen, wenn bei ihren Heimatländern aus deutscher Sicht ein erhöhtes Risiko für Spionage besteht.
„Speziell in der Verteidigungsindustrie gilt es, zum Teil sehr spezialisierte und komplexe Stellenprofile zu besetzen. Zudem ist es eine Herausforderung, bei der veränderten Situation auf dem Arbeitsmarkt der Menge an Bewerbenden gerecht zu werden.“
Dr. Vera Saal,
CHRO und Arbeitsdirektorin,
Rheinmetall AG

